Wie weit kann heute menschliche Ausbeutung gehen?
Man hört überall von Ausbeutung und fragt sich wie weit das noch gehen kann. Man besinnt sich der Tatsache, dass man in einer aufgeklärten und humanistischen Gesellschaft lebe. Doch das mulmige Gefühl lässt sich nicht beiseite schieben. Und die Frage bohrt sich in unseren Schädel ein. Wo wird unsere Gesellschaft die Grenzen Ziehen? Wie weit kann menschliche Ausbeutung gehen.
Um sich dieser Frage zu stellen muss man einen Blick in die Geschichte wagen. Wo lag der Gipfelpunkt der Ausbeutung, und wie wiesen unsere Vorfahren die Grenzen auf?
Wie weit ließen sich Menschen ausnutze?
Quelle: Geo- Epoche Nr. 30 Seite:159
Dort erzählt ein Schriftsteller in seinem Buch Uptown Sinclair „Der Dschungel“ über Arbeitsbedingungen in den Chicagoer Schlachthöfen. Er arbeitet dort Undercover um die Methoden der Chicagoer Fleischkonzerne offenzulegen. Sie waren so mächtig das sie sogar von der Regierung und den Eisenbahnen gefürchtet wurden. Wer das ließt sollte starken Nerven haben, denn dieser Bericht ist sehr erschütternd.
Durch die Automatisierung der Produktion können die Fleischbarone das Arbeitstempo nach Belieben beschleunigen: Sie lassen die Fleischbänder einfach schneller laufen. Zerlegte ein Spalter um 1885 in einer Stunde 16 Schweine, sind es zehn Jahre später bereits 30 Tiere. Die meisten Lohnkosten aber sparen die Fabriken dadurch, dass die erforderlichen Handgriffe innerhalb von Minutensitzen. So können sie ungelernte Arbeitskräfte einstellen. Fällt ein Mann aus, ist er sofort ersetzbar: Im Sommer wie im Winter betteln täglich Tausende Menschen vor den Fabriktoren um eine Anstellung. Unter ihnen sind viele Einwanderer, vor allem aus Osteuropa. Sie nehmen jeden Job an. Zu jeder Bedingung. Sinclair beobachtete, was die Besucher währen ihrer kurzen Visite auf den Galerien nicht sehen: Wer am Fließband mit dem Messer hantieren muss, kann seinen Daumen bald kaum noch gebrauchen. Immer wieder fährt den Schlächtern, Anstechern und Schabern die scharfe Klinge in den Finger, bis sie völlig zerschnitten sind, „bloß noch ein klumpen Fleisch, gegen den die Männer das Messer pressen, „um es halten zu können. Andere Arbeiter haben keine Fingernägel mehr, sie sind beim Abziehen von Rinderhäuten Stück für Stück abgerissen. Die Gelenke sind so geschwollen, dass die Finger „Wie Fächer“ auseinanderspreizen. In den Pökelräumen und beim Beizen von Schafhäuten frisst Säure die Finger weg, Glied für Glied. Und täglich kommt es in den Schlachthöfen zu Unfällen, bei denen Männer Gliedmaßen verlieren. Besonders gefährlich ist es an den Stanzmaschinen in der Konservenfabrikation: Die geringste Unachtsamkeit kann die Arbeiter ein Teil ihrer Hand kosten. Manche werden schleichend zu krüppeln. Etwa die „Hochzieher“, die den Hebel der Hebebühne umlegen, um gekeulte Rinder auf die Schlachtbank zu heiven: Sie Müssen auf einen Sparren unter dem Dach hin- und herlaufen – gebückt, weil Balken den Weg versperren; nach ein paar Jahren Plackerei gehen sie wie Schimpansen. … länger als fünf Jahre hält dort niemand durch. Wer nicht mehr kann, den spuckt die Maschinerie der Schlachthöfe einfach aus. … Im Sommer schwitzen sie in den Fabrikhallen bei Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius – während sie in anderen Monaten unablässig frieren: In Chicago fallen die Temperaturen im Winter weit unter null Grad, und an den Schlachtbänken wird nicht geheizt.
Die Menschliche Ausbeutung kennt von sich aus keine Grenzen, denn sie wird von der Menschlichen gier befeuert. Diese kann man nicht stillen, man muss ihr Einhalt gebieten. Gut sagen einige dieser Bericht ist mehr als Hundert Jahre alt, und wir sind doch inzwischen eine fortschrittliche humanistische Gesellschaft. Das Sagte man von den Deutschen auch, doch als die große Depression sie demoralisierte, waren sie zu allem Fähig. Wird uns die aktuelle Depression auch so weit treibe?
Je schwächer die Menschen sind desto verlockender ist die Versuchung sie zu unterdrücken. Ein gieriger Mensch erliegt dieser Versuchung. Wir müssen dem schwächsten beistehen und sie stärken, sonst macht man mit ihnen was man will. Die Gier ist kein Menschenfreund mit nahezu Dämonische Grausamkeit greift sie um sich. Menschen die sich in diesem Rausch befinden müssen wir Einhalt gebieten und der erste Schritt ist Aufklärung. Man organisierte sich in Gewerkschaften, denn gemeinsam ist man stark. Aus der gemeinsamen Stärke heraus kann man Grenzen aufzeigen. Aber Gewalt ist nie Erfolgreich.
Mahatma Gandhi sagte einst:
Wer etwas durch Gewalt erringt kann sie auch nur durch Gewalt erhalten. Wenn der Staat das Fundament des Rechts Verlässt ist ziviler Ungehorsam die Pflicht jedes Bürgers.
Auch in unserer heutigen Zeit hat sich ein Schriftsteller dieser Aufgabe angenommen und ist auch Undercover arbeiten gegangen. Schaut dieser Ausbeutung ins Angesicht wie man mit ungelernten Zeitarbeitern umgeht.
Hier noch ein Interesannter zeitungsbericht http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/1000-unbezahlte-ueberstunden/
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